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16.01.2011, 22:54. I kissed a house and I liked it.

14.01.2011, 23:38. Versuche, sich fremd zu werden. copy & waste arbeiten gemeinsam, als Komplizen, als Bandkollegen [Bastard Pop eben], im Proberaum und live on stage. Jeder ist Experte für sein Instrument, wir spielen die Spuren mal einzeln, mal zusammen auf, mal im over-dub, und dann ab damit in den Player called Bühne. Kannst Du bitte noch ein Gruppenfoto machen von mir?

14.01.2011, 23:36. Im Reality TV können wir nur die Realität sein, nur das, was wir sowieso schon sind, wenn uns jemand anderes anschaut. Konsumieren, was wirklich ist, oder: Realismus als Türpolitik. Alles muß konsumierbar sein! Alles muß nachvollziehbar sein! Alles muß FERTIG sein!

06.04.2010, 22:52. Vorher, nachher und dazwischen immer wieder in den Copyshop. (Andreas Neumeister)

29.01.2010, 18:25. Theaterkollektive brauchen Selbstbeschreibungstexte, die viel zu viel wollen, sonst wird es zu authentisch.

Könnte Sichtbarkeit irgendwie mehr sein als das, was zu sehen ist? Auf dieser Bühne da draußen, die ÜBERALL ist. Ja, Berlin hat mehr zu bieten als Trauer. Eine richtige, eine riesige Tragödie der Sichtbarkeit. Der man sich überhaupt nicht mehr entziehen kann, seit die Mauer fiel. Wo ist die Freiheit, die uns unsere Eltern immer gezeigt haben, im Bilderbuch oder in ihrer Biographie? Wo ist unser schönes altes Westdeutschland, das wußte, daß es nur auf Zeit agiert? Wo der Sozialstaat? Ich würde ihn so gern wieder sehen.

Die Neunziger als retardierendes Moment: Da, kurz, ganz kurz, dachte man, es könnte ewig dauern, das Technogewitter, oder wenigstens der Schreigesang der Riot Grrrls und der Indiebagage. Diese ganz verrottete Subkultur der Neunziger, die heute so aufpoliert ist! Aufpolieren als Verrotten. Oder trafen wir uns nicht in Monte Carlo in der Nacht des glitzernden Nichts? Nicht? NEIN! Ich will endlich weg von diesem aufpolierten Bild, endlich mal wieder anders aussehen als die ganzen Partypics von mir!

Oder die Partypics von dir, BERLIN! Auf denen Unternehmen und Hipster zusammen Unternehmungen machen und mir immer wieder dieselben Geschichten erzählen. Diese unerreichbaren Geschichten! Ohne die fühle ich einfach nur eine Lücke. Mit ihnen fülle ich diese Lücke. Warum denke ich immer, ich müßte sie auffüllen? Hallo, Stadtschloß! Ein gutes Timing für den Auftritt. Der Auftritt findet statt. Alle warten. Und dann kommt nichts. Was soll ich machen? Ich weiß irgendwie nur noch die Sprechhaltung, aber nicht mehr den Text dazu!

Mehr ist bei diesem Budget wirklich nicht drin! Fast, cheap and a little bit out of control! Ja, cheap, so cheap, daß ich manchmal gar nicht mehr weiß, ob das, was ich da sehe, die aufpolierten, aber billigen Kulissen, das fehlende Makeup, die rekrutierten Amateure, die fehlenden Fakes, ob das alles Porno ist oder doch Dokumentartheater. Ja, auch in diesem Porno sieht man den Höhepunkt nach einem Schnitt, getrennt von dem, was vorher passiert. Aber wieso so einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Tja, wir brauchen irgendwelche neuen Kampftricks oder zumindest ein paar Kniffe aus dem Method Acting! Ah, da ist ja Bruce Lee Strasberg, den fragen wir. Und hier sind wir, nicht mehr Zwanzigjährige, noch nicht Dreißigjährige, lebendig gewordene Polaroids aus dem 20. Jahrhundert, aufgeschminkt, Schnittmusterbogen für Architekturstudenten. Ein Ticket bitte, einfach, in den Westen. Endstadium!

Vielleicht in Berlin, eine ganz internationale Stadt, haben wir eine Chance.