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06.04.2010, 22:52. Vorher, nachher und dazwischen immer wieder in den Copyshop. (Andreas Neumeister)
29.01.2010, 18:25. Theaterkollektive brauchen Selbstbeschreibungstexte, die viel zu viel wollen, sonst wird es zu authentisch.
Wir können alles sein, aber nicht überall. Wo können wir mehr sein als das, was wir sind? In welchen Räumen? Im Reality TV können wir nur die Realität sein, nur das, was wir sowieso schon sind, wenn uns jemand anderes anschaut, und das einzige, was zählt, ist, was auf dem Fernsehschirm zu sehen ist, selbst wenn der Schirm des Reality TV eine Bühne ist. Konsumieren, was wirklich ist, oder: Realismus als Türpolitik. Rein kommen nur die Ideen, die klein, weil klassifizierbar sind, bei Edeka heißt es wenigstens noch Gut und Günstig. Richtig viel Zeit darf nicht sein, um Dinge zu entwickeln, das ist nicht bezahlbar, aber richtig wenig Zeit kann auch nicht gut sein, also brauchen wir die Mitte! Und die geht so:
Alles muß konsumierbar sein! Alles muß nachvollziehbar sein! Alles muß universell sein, ohne zu wissen, was das ist! Alles muß unpathetisch sein! Alles muß FERTIG sein! Alles muß international sein! Alles muß politisch korrekt sein! Alles muß antibürgerlich sein! Alles muß antirepräsentativ sein! Alles muß alles außer Videospiel sein! Alles muß in Maßen sein! Alles muß cool sein! Alles muß witzig sein [aber nicht zu witzig]! Alles muß so sein, daß ich eigentlich gar nicht mehr sehen muß, wie das umgesetzt wird, weil ich es doch schon weiß, nach zwei Sätzen schon!
Wir brauchen mehr als eine Leinwand! Wir brauchen riesige Räume, und die Wände dieser Räume können dann wieder Leinwände sein, aber eben so viele Leinwände und so riesige, daß man überhaupt keinen Überblick bekommt. Das einzige, was zählt, ist, was nicht auf der Leinwand zu sehen ist, das in uns, was nicht länger sein will, tun will, denken will, was wir schon längst sind, längst tun und längst denken. Versuche, sich fremd zu werden, um darin endlich etwas zu fassen zu kriegen, von sich. Produzieren, was zunächst überhaupt nicht zu verwirklichen scheint, und es vielleicht gerade deshalb irgendwann einmal ist [im Idealfall/im Medialfall]. Auch Architektur ist so, daß sie immer etwas Unverständliches hat, immer einen Abstand zu uns sucht, einen Unterschied, und dennoch wird das gerade deshalb möglich, das Zusammenleben mit ihr, als Unterschied, und auch unser Zusammenleben in ihr, hier, wo wir zusammenleben, als Unterschiede, yes, yesyes, let’s go for it!
copy & waste arbeiten gemeinsam, als Komplizen, als Bandkollegen [Bastard Pop eben], im Proberaum und live on stage, im 21. Jahrhundert. Jeder ist Experte für sein Instrument, wir spielen die Spuren mal einzeln, mal zusammen auf, mal im over-dub, und dann ab damit in den Player called Bühne.
Kannst Du bitte noch ein Gruppenfoto machen von mir?
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